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3 - 2 - 1 - Liftoff! Apollo 11 schreibt Geschichte

All rights reserved - Bild: M. Pretzl
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Im März 2016 staunte ich nicht schlecht, als ich im Saturn-V Visitor Complex des Kennedy Space Centers im US-Amerikanischen Cape Canaveral, dem früheren ,,Cape Kennedy" vor den 5 Haupttriebwerken der größten von Menschenhand gebauten Rakete stand. Nicht viele Menschen erhielten von 1969-1972 die Chance mit diesem Ungetüm die Reise ins All, genauergesagt zu unserem kosmischen Nachbarn, dem Mond zu starten. Neil Armstrong, Buzz Aldrin und MIchael Collins waren drei von diesen Menschen und schrieben zugleich Geschichte.

SIe sind der Grund, weshalb wir seit letzter Woche in den Medien von Apollo 11-, Mondlandungs- und allgemeinen Raumfahrtdokumentationen, Berichten, Statements von Wissenschaftlern und Zeitzeugen nahezu ,,überflutet" werden.

Doch was genau machte diese drei Amerikaner so berühmt? Wie kommt man mit einer Rakete bis zum Mond? Wann fliegen wir das nächste Mal zu unserem Nachbarn im All?

Alle Antworten zu diesen Fragen und vieles mehr erfährt Ihr hier in meinem heutigen Blog!

 

 

Countdown to Moon

All rights reserved - Bild: M. Pretzl
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16. Juli 1969 - Cape Kennedy, Florida, USA: DER Tag ihres Lebens ist angebrochen. Drei Männer, größtenteils Kampfjet-Piloten der US-Army und Navy betreten zusammen mit Wissenschaftlern und Fliegerärzten jenen bekannten weißen NASA-Van, der auch heute noch im Saturn V - Center auf dem Kennedy Space Center Visitor Complex am Cape Canaveral zu besichtigen ist.

Langsam nähern sie sich der 110m hohen, nahezu monströsen Saturn V - Rakete, die an der Apollo-Startrampe bereitsteht und bereit ist für eine lange Reise. Nach letzten Checks und abgeschlossenem Boarding der drei Astronauten Collins, Armstrong und Aldrin ertönt der Countdown von 10 abwärts. Die Aufregung steigt, sowohl im "Mission Control" Kontrollzentrum in Houston als auch bei der Crew. Bei 6 Sekunden sagt die Stimme des sogenannten "Flight Directors": "Ingnition Sequence Starts - 5 -4 -3- 2 - 1 - LIFT OFF!" Auf zum Mond! Eine 8 tägige Reise zum Mond startet und zugleich das größtmögliche Abenteuer für einen Menschen.

Alles funktioniert reibungslos! Wie ist es jetzt aber technisch möglich, dass man einen solchen "Koloss" , gemeint ist natürlich die Saturn V Rakete, binnen einigen Minuten ins All befördert?

 

 

8 mal mehr Kerosin beim Start als ein A380 - Langstreckenflug von München nach Dubai

Werner von Braun, einer der bedeutendsten Ingenieure des 20. Jahrhunderts machte diesen Flug zum Mond, in enger Zusammenarbeit mit der NASA, technisch überhaupt erst möglich. Er war zum größten Teil an der Entwicklung der 5 mächtigen F-1- Rocketdyne Triebwerke, die an der Unterseite der ersten Raketenstufe angebracht waren und für die ersten 3 Minuten des Fluges für Schub sorgten, beteiligt. (Diese Haupttriebwerke sind im ersten Bild des Artikels zu sehen;-) ) Jene erste - eben genannte - Raketenstufe (fachspr. S-IC ) behinhaltet sowohl Tanks mit einem kerosinähnlichen Gemisch als auch welche mit flüssigem Sauerstoff. Nach ca. 3min Flugzeit ist diese erste Stufe, die eine Höhe von etwa 40m misst, ausgebrannt und bereit zum abstoßen. Anschließend sorgen die beiden anderen Brennstufen für genug Schub um die Saturn bis außerhalb der Erdatmosphäre zu beschleunigen und auf Kurs zum Mond zu bringen.

Bis zu diesem Punkt wurden knapp 2Mio l flüssiger Sauerstoff (LOX - Liquid Oxygen) & etwa 1,5Mio l Wasserstoff (H2) verbrannt. Allein für die ersten wenigen Minuten des Fluges wurde 8mal mehr Treibstoff umgesetzt als bei einem knapp 6 stündigen Flug einer A380 von München nach Dubai (s=~6500km):

...a giant leap for mankind

Wir schreiben den 20.Juli 1969, 22:17:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Der damals 39 - jährige Neil Armstrong verlässt die Mondlandefähre, steigt die Leiter hinab und setzt als Mensch den ersten Schritt auf unseren kosmischen Nachbarn. Seine Worte dabei an Houston und die gesamte Menschheit: "Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed. That’s one small step for a man, one giant leap for mankind" (Quelle(Bilder und Zitat): Wikipedia/Apollo 11).

 

Von Beinahe-Crash zur Erfolgsgeschichte

Der Flug zum Mond, genauergesagt der "Endanflug" verlief nicht wie ursprünglich geplant. Dieser Fehler kostete den drei späteren "Apollo Helden" fast das Leben. Die Fähre zerschellte beinah aufgrund einer falschen Auswahl des Landeplatzes in einem Meer aus tiefen Kratern und Felsen, der Treibstoff wurde immer knapper. Bis zum letzten Tropfen versuchte Mission-Commander und Landemodul-Pilot Neil Armstrong nach einem waghalsigen ,,Durchstart-Manöver" eine neue, geeignete Stelle zum Aufsetzten zu finden, was ihm nach wenigen Minuten auch gelang - die Crew, Mission Control und etwa 600.000.000 Menschen, die das Geschehen live über Radio und TV verfolgten, atmeten auf.

 

Nach einem 21-stündigen Aufenthalt auf der Oberfläche, einem 3-tägigen, reibungslos verloffenen Rückflug zur Erde sowie positivem Gesundheitscheck fanden sich Michael Collins, Neil Armstrong und "Buzz" Aldrin in mitten der Menschenmengen und Feierlichkeiten in mehreren großen US-Metropolen wie Washington oder New York ein.

 

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Um eine noch etwas bessere Vorstellung von den Geschehnissen aus jenen 1960er und 70er Jahren, der Zeit der Apollo Missionen, zu bekommen, kann ich jedem einen Besuch im Saturn V Center des Kennedy Space Center Visitor Komplexes in Cape Canaveral/Florida wärmstens empfehlen!

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Danke an dieser Stelle an meine Familie für diesen unvergesslichen Besuch dort im März 2016! 18 Stunden verbrachten wir insgesamt auf dem Gelände. Danach kannte ich jede einzelne Rakete der NASA auswendig und hatte ein Autogramm des ehemaligen SpaceShuttle Piloten Mark Lee in der Tasche. ;-)

 

 


An dieser Stelle auch an Dich natürlich ein herzliches Dankeschön fürs Lesen und Reinklicken!

Bis zum nächsten Mal, noch eine angenehme Woche und clear Skies,

 

Euer Max vom Bernhof Observatory!