· 

Bernhof Observatory under construction - Eine Sternwarte entsteht

17.Juli 2017 - 12:38Uhr - Spatenstich im kleinen Örtchen Bernhof, weit von der nächsten größeren Stadt oder Ortschaft entfernt, also abseits jeglicher signifikanter Lichtverschmutzung.

Optimale Voraussetzungen für das bis jetzt größte Projekt meines Lebens. Damit meine ich natürlich den Bau des Bernhof Observatorys.

Keiner aus meiner Familie oder meiner Freunde nahm mich 100%-ig ernst, als ich Anfang 2017 die "verrückte Idee" aufbrachte, dass ich eine eigene Sternwarte bauen wolle. ;-)

Jedoch ließen sich alle aber ziemlich bald überzeugen, als ich Ihnen die ersten "architektonischen" Pläne vorlegte.

 

Nun wären wir endlich beim heutigen Thema mit der dazugehörigen Frage angelangt:

 

,,Wie plant man eigentlich eine eigene Sternwarte??"

 

 

 

Ich weiß, diese Frage bekommt man eher nicht so oft gestellt als z.B. ,,Wie soll dein Traumhaus einmal aussehen?" ;-)

 

Als Hobbyastronom hat man anfangs natürlich gleich die großen Sternwarten auf Teneriffa, La Palma oder in Chile im Kopf und denkt sich ,,Sowas hätt ich auch gern!".;-)

Man muss aber leider realistisch bleiben und mit den gegebenen Mitteln und Bedingungen kalkulieren.

Das Wichtigste bei den ersten Planungen ist die Platzwahl. In der Astronomie gilt:So weit weg von jeglicher künstlicher Lichtverschmutzung wie Straßenlaternen als möglich, damit man das volle Potential seines Teleskops in der späteren Sternwarte ausnutzen kann.

Nun wären wir schon beim Punkt ,,Teleskop" und "Abmessungen der Sternwarte" angelangt. Die Größe der Sternwarte ist eben davon anghängig, ob man eher mit einem kleinen oder großen Teleskop - und das für immer - arbeiten will, man für sich selbst auch ein wenig "Freiraum" haben möchte (Speziell für visuelle Beobachtungen mit dem Teleskop) oder nur die Sternwarte betritt um das Teleskop bzw. die Kamera zu aktivieren (Speziell für Astrofotografen).

Man sollte jedoch bedenken, die "Wände" des Gebäudes nur so hoch zu wählen, um auch die favorisierten Objekte an Himmel mit dem Teleskop zu erreichen. Bei zu hohen Wänden kann es passieren, dass die meisten der Planeten, die grundsätzlich für die kommenden Jahre sehr tief am Himmel stehen, nicht mehr zu sehen sind.

 

Die nächste Frage, mit der ich mich persönlich nicht lange beschäftigt habe lautet:

 

,,Rolldach oder Kuppel?"

 

 

Meine Antwort und die vieler Hobbyastromen: ,,Rolldach!"

Warum? Es gibt zwei Argumente, mit denen auch meine Kollegen und ich in der Volkssternwarte Dieterskirchen die Besucher aufklären sind zum einen ,,Wärme" und das eingeschränkte Sichtfeld. In einer nahezu geschlossenen, gewölbten Kuppel sammelt sich abgegebene Wärme (von Besuchern oder einem selbst) viel schneller und intensiver als in einer Sternwarte mit vollständig geöffnetem Dach, wo diese komplett nach oben entweichen kann. Das Rolldach kann ganz leicht, z.B. auf Edelstahl Laufschienen und Doppelrollen über eine Holzkonstruktion zurückgeschoben werden.

 

 

 

 

Der letzte große Punkt, mit dem ich auch meinen heutigen Blog beenden möchte ist die Sache mit dem Strom.;-)

Heutzutage geht in der modernen Astronomie nichts mehr ohne Strom.

Doch wofür muss man nun extra Steckdosen o.Ä. einplanen und welches Licht sollte man verwenden?

Grundsätzlich gilt natürlich: Je mehr Steckdosen, desto besser.

Wenn man sowieso bereits einen Kabelschacht, z.B. vom Haus oder der Scheune zur Sternwarte gegraben hat, kann man sich den Luxus von ein paar Steckdosen mehr auch leisten. ;-)

Die Beleuchtung sollte bestenfalls aus 2 Teilen bestehen - Weiß und Rot. Rot deshalb, da sich die Augen bei Weißlicht nie vollständig an die Dunkelheit gewöhnen und somit den Sternenhimmel nicht in seiner Pracht wahrnehmen können. Rotlicht ermöglicht es sowohl die eigenen Hände im Dunkel zu sehen als auch die Orientierung am Himmel nicht zu verlieren;-) .

 

Im Bernhof Observatory stehen mir insgesamt 7 Stromanschluss-Möglichkeiten zur Verfügung, um primär die Komponenten am Teleskop, d.h. die Montierung, die für dessen Bewegung und Steuerung verantwortlich ist, Kamera(s), USB-Hubs zur Vermeidung eines übermäßigen Kabelsalats, den PC (Ansteuerung der Kamera/Auswertung der Fotoergebnisse, usw.), etc. .

 

Ich hoffe, Ihr als zukünftige, glückliche Sternwartenbesitzer habt nun durch meine Ausführungen - eine Zusammenführung von Erfahrungsbericht + Recherche - eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, wie Eure ,,Traumsternwarte" aussehen könnte?!

Natürlich hätte ich noch gefühlt 100 weitere ,,How to.." - Tipps geben können, jedoch ist die Anzahl der Wörter hier im Blog begrenzt;-)) .

 

 

 

 

 

 

Wenn Ihr weitere Fragen oder Ähnliches zu diesem Thema habt, lasst es mich einfach wissen!

  • E-Mail: pretzl-sternwarte.bernhof@gmx.de

(Natürlich könnt Ihr auch unter GALERIE --> BAUGESCHICHTE weitere Einblicke zum Thema gewinnen!

 

In diesem Sinne bedanke ich mich bei Euch ganz herzlich fürs Reinklicken und Lesen und wünsche Euch noch eine angenehme Woche mit zahlreichen ,,ClearSkies" !

 

Viele Grüße,

Max vom Bernhpf Observatory